Website Boosting

Online verfügbar ab Oktober 2019

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Editorial

Alles Dashboard oder was?

Wir versinken in einer wahren Flut an Daten. Während die ERP-Systeme dem Management jederzeit verdichtet Informationen über den aktuellen Stand liefern, werden im Online-Marketing punktuelle Analysen in Excel gemacht und per Folie im Meeting gezeigt. Das ist häufig Alltag bei Unternehmen. Ein Grund mag sein, dass die bereits vorhandenen Reporting-Tools primär die „alten“ betriebswirtschaftlich orientierten Zahlen, v. a. Euro-Werte aus dem Effeff out of the box beherrschen. Die Anbindung aus anderen Quellen ist teilweise nicht möglich oder nur mit hohem individuellen Programmieraufwand zu bewerkstelligen. Das ist teuer und kostet Zeit.

Google hat mit seinem kostenlosen Dashboard ein wirklich hervorragendes Werkzeug zum Abzapfen von Daten, deren Verrechnung und Visualisierung zur Verfügung gestellt. Und das Beste daran: Man kann durch verschiedene Ansichten unterschiedlichen Stakeholdern ganz einfach Zugriff darauf geben. Und ja, auch die moderne und einfach zu bedienende Optik kann einen wesentlichen Beitrag zur Akzeptanz im Management leisten.

Alles gut also? Na ja, es ist nur ein Werkzeug. Wie intelligent man die per Mausklick einsammelbaren Daten zu echten Steuerungsinformationen verknüpft, ist noch immer die Aufgabe der Fachabteilung. Oft scheitert die Akzeptanz im Management auch daran, dass Onliner zu sehr in ihrer Begriffswelt gefangen sind und häufig komplexe Metriken wie z. B. „Sichtbarkeiten“ ausgeben. Auf C-Level-Ebene kann man damit meist nicht wirklich etwas anfangen. Die Sichtbarkeit ist gestiegen, aber die Anzahl der Besucher ist trotzdem zurückgegangen? Wer ohne Hintergrundwissen soll das bitte verstehen? Dazu kommt oft die wirklich beklagenswerte Neigung, einfach alle verfügbaren Zahlen wie Page Impressions oder die durchschnittliche Besuchsdauer kurzerhand zu KPIs zu erklären und deren Veränderung zu visualisieren. Das alles taugt in der Regel nicht wirklich, um Transparenz hinsichtlich der Zielerreichung herzustellen. Die Folge? 80 % der CIOs misstrauen ihren Marketingleitern, wie kürzlich eine Studie in den USA herausgefunden hat.   

Wenn Sie jetzt erwarten, dass Ihnen jemand die wirklich wichtigen KPIs als Tipp auf den Tisch werfen kann, haben Sie ein echtes Problem. Dieses können Sie nur auflösen, wenn Sie verstanden und verinnerlicht haben, was KPIs eigentlich sind und wodurch sie sich von normalen Metriken unterscheiden. Erst dann sind sie in der Lage, wertvolle Dashboards für den Chef zu bauen. Die technische Hilfe dazu finden Sie in dieser Ausgabe – das Wissen über die richtige Überführung von Zahlen in Steuerungsinformation ist individuell unternehmensabhängig. Und DAS müssen Sie selbst leisten. Das ist aber gar nicht so schwer – man muss es nur endlich angehen!