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Editorial

Online Werbung ist immer noch Glückssache?

Wie lange kann man jetzt schon Werbung online schalten? Wie ausgefuchst kann man das mittlerweile steuern? Wie genau lässt sich der Erfolg tracken und optimieren? Hmmm … ja, schon. Geht alles. Trotzdem scheinen selbst größere Unternehmen immer noch gerne, mein Opa hätte gesagt: „… auf der Brennsuppe daherzuschwimmen.“
Diesen Monat habe ich ausführlich über spiegellose Digitalkameras recherchiert. Unnötig zu erwähnen, dass man bei den Herstellern nicht die Infos bekommt, die man gerne möchte. Jede Kamera ist irgendwie super, keine hat Nachteile. Dass ein hochauflösender Sensor mit > 50 Megapixeln nicht nur super ist, sondern ganz schlecht bei schlechten Lichtverhältnissen, das musst du heute als Käufer als Grundwissen haben. Oder es dir in YouTube-Videos von meist unabhängigen Anwendern zeigen lassen. Die Lücken der Verkaufstexte zu stopfen, kostet je nach Komplexität eines Produkts Tage und Wochen. Warum lassen die Anbieter solche Erklärlücken und treiben potenzielle Käufer in die Erklärarme Dritter? Am Ende zahlen sie denen dann auch noch Affiliate-Provisionen, damit diese die eigenen Lücken füllen? Aber es kommt noch schlimmer. Nach zwei Wochen Recherche habe ich mich dann zum Kauf bei einem namhaften Händler entschieden, der auch online einer der bekanntesten ist. Seit ich meinen Warenkorb abgeschlossen habe, kann ich mich nirgends mehr aufhalten, ohne dass mir eben dieser Händler in allen News und gefühlt auf jeder redaktionellen Seite eben diese Kamera in allen Variationen verkaufen möchte. Scrolle ich in Blogs, erhalte ich den gleichen wuchtigen Anzeigenblock bis zu dreimal hintereinander. Zwei Minuten später erneut, nur auf einer anderen Domain.
Vorher, beim Recherchieren, hätte ich mich über passende Werbung gefreut, hätte geklickt, hätte gelesen und vielleicht sogar dort bzw. woanders gekauft. Aber nein, da kam (fast) nichts. Wie stark muss eine geistige Deformation bereits fortgeschritten sein, einem Kunden NACH dem Kauf eines hochwertigen Gutes tage- und wochenlang genau dieses Produkt ständig unter die Augen zu legen? Als ob man jeden Tag ein Auto, eine Digitalkamera oder ein Notebook kaufen würde? Passendes Zubehör zeigen? Hey, für dein Modell gibt es einen passenden Batteriegriff, ein Fachbuch, eine Trageschlaufe, ein neues Objektiv, ein Stativ, einen Filtervorsatz, um deine Linse zu schützen, Speicherkarten im Angebot, und, und, und … Aber nein. Wenn ID_4732 gekauft wurde, dann liebes Retargeting, zeige ihm Bilder von ID_4732. Das ist herrlich einfach. Und blöde zugleich.
Heute verweise ich Sie mal explizit auf die vorletzte Seite, Karls „Abgekratzt“. Lesen Sie das jetzt gleich.
Was glauben Sie, ist der Grund für die immer noch so maßlose Geldverbrennung via Online-Werbung?
Schreiben Sie mir doch – ich bin gespannt!