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Editorial

Welche KI macht wohl das Rennen?

Dezember 2022: Google ruft den Code Red aus. Alarmstufe Rot! Kurz zuvor wurde ChatGPT veröffentlicht. Schnell meldeten sich Experten zu Wort und wähnten das Ende des Branchenprimus. Man erklärte allen die sogenannte schöpferische Zerstörung von Joseph Schumpeter, eiligst aus BWL-Büchern zusammengelesen. OpenAI verdrängt Google durch Disruption. Wie konnte es so weit kommen? Schließlich hatte Google doch das „T“ aus GPT, also den „Transformer“, bereits 2017 erfunden? Und man setzte die Technologien zum Beispiel mit BERT erfolgreich ein?

Wer Google über 20 Jahre beobachten durfte – mal mit dem Blick von außen, mal mit Einblicken von innen –, war erstaunt: Wie konnte man sich derart die Butter vom Brot nehmen lassen? Allerdings hatte Google intern bereits schon länger Tests mit solchen Bots hinter sich und die lagen allzu oft auch bei den Antworten daneben. Problem eins: Halluzinationen. Google konnte es sich schlicht nicht leisten, ein System auf die Menschheit loszulassen, das Fakten erfindet. Problem zwei: Kannibalismus. Ein perfekter Chatbot macht viele Klicks auf Anzeigen obsolet – und griff damit das eigene Herzstück an. Problem drei: Man unterschätzte die schiere Skalierungsgeschwindigkeit von OpenAI. Während Google noch an der Etikette feilte, stürmte das charmante Start-up mit Geburtsfehlern, die man ihm gerne verzieh, den Markt.

Also Code Red, alle Frau (und Mann) an Bord, Ärmel hoch und in die Hände gespuckt. Wie gesagt, wer Google kennt, ahnte sicherlich, dass man mit all der Intelligenz dort und vor allem den unglaublich großen Budgettöpfen den Rückstand aufholen würde. Und im Dezember letzten Jahres hat dann OpenAI den Code Red ausgerufen, als Google Gemini 3 vorstellte. In den letzten Tagen ist ChatGPT wieder mit einem neuen Modell, GPT-5.5 Instant, vorgeprescht.

Wer wird das Rennen am Ende machen? Auf welche KI sollten wir uns beim Online-Marketing und SEO/GEO/AEO/LLMO/GAIO/AIO/KI-SEO (etc.) konzentrieren? Meiner persönlichen Einschätzung nach wird Google am Ende übrig bleiben. Es wird sicherlich weiterhin Nischen-KIs geben, die dort besser funktionieren, aber Gemini und dessen Ableger werden wohl Bestand haben. Warum? Die anderen Anbieter (und Anleger) gehen eine Wette auf die Zeit ein und investieren anderer Leute Geld in unfassbarem Ausmaß, vor allem in Rechenzentren. Googles Geschäftsmodell ist nachhaltig lukrativ und man hat eigene KI-Chips (TPUs), die sehr viel schneller und günstiger sind als die von Nividia. Die Google-KIs brauchen keinen Download, keine App, keine Anmeldung. Sie sind und werden noch tiefer in die Produkte integriert, die fast alle bereits nutzen. Google kennt unser Leben, unsere Vorlieben und Gewohnheiten. Und wahrscheinlich auch, was wir demnächst tun wollen – Stichwort KI-Agenteneinsatz. Das haben andere nicht. Google greift blitzschnell auf den eigenen Index zu, in dem gut, super gut, mies und vertrauenswürdig bereits berechnet wurde. Andere KIs fragen offen oder heimlich Google- und teils Bing-Ergebnisse ab, wenn sie Aktuelles liefern müssen. Ich bin überzeugt, Gemini wird uns heute noch im Vorder-, bald aber wie selbstverständlich und „unsichtbar“ im Hintergrund begleiten.

Was glauben Sie? Schreiben Sie mir doch unter chefredaktion@websiteboosting.com!

Ihr Mario Fischer

  • Erstverkaufstag: 09.06.2026
  • Autoren: Kim Nadine Adamek, Katja Ahrens, Tobias Aubele, Martin Bahr, Alexander Beck, Felix Beilharz, Torsten Beyer, Stephan Czysch, Raymond Eiber, Beatrice Eiring, Wolfgang Jung, Christiane Kunisch, Michael Möller, Rebecca Schwarz, Moritz Serif Serif, Thomas Schwenke, Florian Stelzner, Patrick Tomforde, Sarah Weitnauer
  • Seiten: 100
  • Einzelverkauf: ab 13,90 EUR (+ Porto)
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