LinkedIn ist das B2B-Netzwerk der Welt und birgt einen riesigen Datenschatz. 1,2 Milliarden Accounts zählt die Plattform mittlerweile. Täglich kommunizieren und netzwerken Millionen Menschen miteinander. In diesem Artikel gibt Ihnen LinkedIn wertvolle Einblicke in die eigene Netzwerkstruktur und wie erfolgreich die eigene Kommunikation mit Content auf der Plattform ist. Dabei endet es nicht nur bei oberflächlichen Impressionen, sondern Sie erfahren auch mehr über Ihre Kontakte und wie sie mit Ihnen interagieren. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick, welche Daten Sie in Ihrem Profil im Auge behalten sollten.
LinkedIn Boosting:
LinkedIn Creator Analytics – welche Profil-Insights sind wichtig?
Jeder LinkedIn-Nutzer erhält direkt im eigenen Profil Zugriff auf die eigenen Analytics-Daten. In der Schnellübersicht erhalten Sie direkten Zugriff auf die Anzahl der Profilansichten der letzten 90 Tage, die Beitrag-Impressionen und die Information, wie häufig Sie in Suchen in den letzten sieben Tagen erschienen sind.
Wollen Sie sich einen schnellen Überblick verschaffen, rufen Sie alle Analytics-Daten unterhalb der Schnellübersicht auf. Hier sehen Sie neben den bekannten Beitrag-Impressionen, Profilbesuchern und Suchen ebenfalls das Follower-Wachstum. Und falls Sie bereits einen Newsletter auf LinkedIn veröffentlichen, sehen Sie die aktuellen Aufrufzahlen und neue Abonnenten.
Mit Klick auf die Profilansichten kommen Sie auf eine Übersichtsseite, die Ihnen die letzten Profilbesucher zeigt. Besitzen Sie einen Basis-Account, werden diese Kontakte anonym angezeigt und nur der Firmenname, wo die Person arbeitet, wird Ihnen verraten. So haben Sie zumindest einen Anhaltspunkt für eigene Recherchen.
Verfügen Sie über einen Premium-Account, erhalten Sie an dieser Stelle wertvolle Informationen über die Profilbesucher. Ihnen steht eine 365-Tage-Ansicht zur Verfügung und Sie haben zahlreiche Filtermöglichkeiten, um passende Geschäftskontakte zu identifizieren.
Je größer die Besucheranzahl auf Ihrem Profil mit der Zeit wird und je wichtiger das Ziel ist, aktiv Akquise auf LinkedIn zu betreiben, ist es sinnvoll, in einen Premium-Account zu investieren, um Zugriff auf diese Kontaktlisten zu erhalten. Je stärker der Marketing- und Sales-Fokus ist, umso empfehlenswerter, diese Funktion mit vielen weiteren Premium-Funktionen freizuschalten.
Profilsichtbarkeit
Mit Klick auf „X-mal in Suchen erschienen“ erhalten Sie seit Anfang des Jahres einen Überblick, wie viele Profilansichten innerhalb einer Woche über die gesamte Plattform hinweg erreicht wurden. Wie häufig Sie in einer Suche auf LinkedIn erschienen sind, ist hier nur ein kleiner Teil des Wirkungskreises Ihrer Sichtbarkeit.
LinkedIn weist an dieser Stelle zusätzlich aus, wie häufig Ihr Profil durch einen Beitrag, einen Kommentar oder die Netzwerk-Vorschlagsliste angezeigt wurde. Diese Zahlen sind sehr imponierend und sollen Ihnen vermitteln, dass Sie einen großen Wirkungsgrad vor allem durch Ihre eigenen Beiträge und Kommentare erzielen. Die Wirkung von Kommentaren haben einen großen Einfluss auf Ihre Sichtbarkeit. Gleichzeitig können Sie effizient auf LinkedIn agieren, indem Sie sich Zeit für mehr Kommentare nehmen. Diese sind in der Regel schneller geschrieben und platziert als eigene Beiträge mit fachlichem Tiefgang.
Dies bedeutet nicht, dass Sie eigene Beiträge vernachlässigen können. Die Mischung macht es. Veröffentlichen Sie ein bis zwei Beiträge pro Woche in Ihrem Profil und engagieren Sie sich darüber hinaus bei anderen Fachdiskussionen mit wertvollen Kommentaren. Die Beiträge können Sie dann auch zur Verstärkung und Unterstützung direkt teilen. Dadurch wird der Beitrag gepusht und Ihr Kommentar innerhalb Ihres Netzwerks und bei anderen Mitlesenden noch sichtbarer.
Unterhalb der Gesamtübersicht Ihrer LinkedIn-Analytics-Daten finden Sie zur Motivation einen wöchentlichen Tracker. Dieser gibt Ihnen Orientierung, wie viele Beiträge und Kommentare Sie im Laufe der Woche schon veröffentlicht haben. Bei der Beitragsanzahl werden auch direkt geteilte Beiträge von anderen mitgerechnet. Laut Richard van der Bloms „Algorithm Insights Report 2025“ schreiben Top-Creatorn im Durchschnitt 115 Kommentare pro Woche. Als Empfehlung sollten Sie mit fünf Kommentaren pro Tag starten. Sie werden merken, dass es schnell mehr werden.
Content-Analyse
Mit Klick auf die Beitrag-Impressionen gelangen Sie sofort zu Ihren Content-Analysen, dem Herzstück Ihrer Kommunikation, wenn es um Sichtbarkeit auf der Plattform geht. Dort erhalten Sie eine Übersicht Ihrer Content-Performance. Sie gibt an, wie viele Impressionen oder Engagements Sie über einen bestimmten Zeitraum erhalten haben. Diese können Sie für kurzfristige und langfristige Analysen von sieben bis 365 Tage einstellen oder auch einen individuellen Zeitraum wählen.
Wie groß der Wirkungskreis auf der Plattform ist, liefert LinkedIn inzwischen schwarz auf weiß. Neben den klassischen Impressionen wird auch die Anzahl erreichter Mitglieder ausgewiesen. Eine Zahl, die Sie sich einmal genauer anschauen und bewusst machen sollten. Sie füllen damit Konferenzhallen bis hin zu Stadien. Und hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, der potenziell mit Ihnen Wissen austauschen oder auch zusammenarbeiten möchte. Wenn Sie diesen Personenkreis kontinuierlich mit Ihrem Content erreichen, werden diese Menschen Sie im Kopf behalten, Sie weiterempfehlen oder im besten Fall sich mit Ihnen in Verbindung setzen für eine Zusammenarbeit.
Bei der Content-Analyse auf Engagement-Ebene sehen Sie neben der Aufschlüsselung der sozialen Interaktionen nach Reaktionen, Kommentaren und direkt geteilten Beiträgen auch neu die Engagements mit Links. Diese werden seit zwei Monaten ausgewiesen. Hier sehen Sie einmal die Klicks auf den Premium-CTA-Button, der in jedem Beitrag neben Ihrem Namen eingeblendet wird, sofern Sie einen Premium-Account besitzen. Und darunter die Anzahl sämtlicher Link-Klicks Ihrer eingebetteten Links innerhalb Ihrer Beiträge.
An dieser Stelle wird deutlich, dass LinkedIn ein überwiegend kommunikatives Netzwerk und Lesemedium ist. Die Menschen gehen stark in den Austausch und konsumieren das Know-how. LinkedIn ist kein automatischer Trafficbringer für die Website und platzierte Angebote.
Die Hypothese der Autorin: Die Menschen befinden sich im Lesemodus innerhalb des Feeds. Sie möchten schnell Informationen aufnehmen, eventuell mitdiskutieren und weiterscrollen. Sie lassen sich schwer aus diesem Modus herausziehen. Daher sind die Linkklicks deutlich in der Minderheit im Verhältnis der erreichten Personen. Es muss ein starkes Interesse geweckt werden, diesen Links zu folgen.
Vielleicht möchte LinkedIn Ihnen aber auch suggerieren, dass Links gar nicht notwendig sind, da sie sowieso wenig geklickt werden, damit Sie sie zukünftig noch sparsamer einsetzen oder weglassen. Generell werden Beiträge mit Links immer noch deutlich schwächer ausgespielt als Beiträge gänzlich ohne Link. Entscheiden Sie also bewusst, ob es wirklich einen Link braucht oder ob Sie die LinkedIn-Nutzer anders motivieren können, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. LinkedIn ist ein Awareness- und Diskussionsmedium. Sie erzeugen Aufmerksamkeit und Vertrauen durch Ihre Kommunikation und wirken wie ein Lead Magnet.
Einzelbeitragsanalyse
Unterhalb der Content-Performance erhalten Sie eine Liste Ihrer Top-Beiträge. Neben den sichtbaren Top 3 können Sie alle Beiträge sortiert nach ihrer Performance nach Impressionen oder Engagements aufrufen. Über die einzelnen Beiträge gelangen Sie zur Einzelbeitragsanalyse.
Neben den bekannten Rubriken zur Auffindbarkeit und zu den sichtbaren sozialen Interaktionen erscheinen nun zwei weitere Bereiche in den Beitragsanalysen. So können Sie die Wirkung Ihres Beitrags noch besser bewerten. Hinzu kommen die Profilaktivitäten. Dort sehen Sie, wie viele Personen nach Lesen des Beitrags Ihr Profil aufgerufen haben und wie viele Follower Sie durch diesen Beitrag neu hinzugewonnen haben.
Das sind zwei Signale, um zu erkennen, ob Ihr Beitrag auch außerhalb Ihres Netzwerks Aufmerksamkeit erhält und das Interesse an Ihrer Person geweckt wird. Jedem LinkedIn-Account, der noch nicht mit Ihnen vernetzt ist, wird im Newsfeed der Follow- oder Vernetzen-Button vorgeschlagen. Dies macht LinkedIn jetzt für Sie sichtbar. So können Sie Themen identifizieren, die nicht nur eine große Reichweite erzielen, sondern auch langfristig Wirkung entfalten.
Die neuen Daten lassen auch eindeutig erkennen, dass Kontinuität Viralität schlägt. Viele Menschen lesen und interagieren. Doch auch viele neu erreichte Mitglieder werden nicht automatisch und massenhaft zu Followern oder besuchen das Profil. Hier sind mehrere Kontaktpunkte notwendig. Und Sie wollen zur Etablierung Ihrer Positionierung Ihr Netzwerk regelmäßig erreichen.
Die Rubrik „Engagement mit dem Link“ steht wiederum allen Premium-Nutzern zur Verfügung und zeigt immer eine Handvoll Menschen, die starkes Interesse und eventuell Bedarf haben, mehr über Sie zu erfahren oder in Kontakt zu treten.
Wer starkes Social Selling betreiben möchte, dem wird empfohlen, sich die sozialen Interaktionen regelmäßig näher anzuschauen. Viele wissen nicht, dass die Kommentare und Reaktionen eine eigene Analyse-Seite besitzen inklusive Filterfunktionen. Auf diese Weise können Sie auch bei einer großen Anzahl von Reaktionen und Kommentaren nach Ihrer Zielgruppe filtern und neue Kontakte entdecken oder Menschen wiedererkennen, die Sie intensiv auf LinkedIn begleiten. Hier bietet es sich bei guten Themenanlässen an, den Kontakt über Eins-zu-eins-Nachrichten aufzunehmen und zu vertiefen.
Demografische Daten
Zusätzlich zu den quantitativen Daten erhalten Sie von LinkedIn diverse demografische Daten: Firmengröße, Jobbezeichnung, Unternehmen, Standort, Branche und Karrierestufe. So erkennen Sie, ob Sie auch tatsächlich in Ihrer Zielgruppe breit ausgespielt werden.
Videoanalyse
Für Videos gibt es neben den bereits erwähnten Analysen eine Video-Performance-Ansicht. Hier sehen Sie die tatsächlichen Aufrufe Ihres Videos und wie lang die durchschnittliche Wiedergabezeit ist. Je höher diese Zeit ist und je näher sie an die Gesamtdauer des Videos heranreicht, desto erfolgreicher wird das Video auf LinkedIn ausgespielt. Bei LinkedIn zählen bei Videos nicht in erster Linie die sichtbaren Interaktionen, sondern die tatsächliche Sehdauer.Ihr erstes Ziel ist, in der ersten Sekunde die Menschen zu überzeugen, weiterzuschauen. Das zweite Ziel ist, die Menschen unterhaltsam und auf den Punkt zu informieren, damit sie das Video bis zum Schluss anschauen.
Newsletter-Analyse
Wie in Ausgabe 91 bereits vorgestellt wurde, ist der LinkedIn-Newsletter ein sehr mächtiges Content-Format. Sie haben damit die Möglichkeit, unabhängiger vom Newsfeed-Algorithmus Sichtbarkeit in Ihrem Netzwerk zu bekommen. Jeder Abonnent erhält bei einer neuen Newsletter-Ausgabe eine direkte Benachrichtigung oder eine E-Mail ins Postfach.
Sie erhalten einen Überblick über die Gesamtanzahl Ihrer Abonnenten. Diese Liste können Sie auch regelmäßig aufrufen, um relevante Geschäftskontakte zu identifizieren. Es handelt sich um eine relevante Networking-Quelle. Denn diese Menschen wollen regelmäßig von Ihrem Know-how profitieren.
Die Newsletter-Analytics geben Ihnen Einblick über die Verbreitung des Newsletters über den Beitragsfeed und den direkten Versand per E-Mail, inklusive Öffnungsrate. Zusammen aggregieren sie dann die gesamten Artikelaufrufe des Newsletters.
Neu ist auch hier, dass ab sofort für jeden einzelnen Newsletter ausgewiesen wird, wie viele Profilbesuche und neue Follower resultieren. In dem Beispiel vom Newsletter „Irgendwas mit LinkedIn“ sehen Sie die Verbreitung des Newsletter-Beitrags und die tatsächliche Leserschaft des Newsletters. Die hohe Öffnungsrate von mehr als 40 % zeigt ein starkes Interesse der Leserschaft. Setzen Sie dieses Content-Format unbedingt ein!
LinkedIn fördert die Kommunikation und das Networking, indem es Ihnen zahlreiche Informationen und Analysemöglichkeiten für Ihr Profil und veröffentlichten Content zur Verfügung stellt. Auf diese Weise können Sie herausfinden, wie Ihre Sichtbarkeit auf der Plattform steigt und Ihr Content auf der Plattform wirkt. Das sichtbare Engagement einzelner Personen aus Ihrem Netzwerk eröffnet Ihnen Möglichkeiten, stärker in den Eins-zu-eins-Austausch zu gehen und über LinkedIn Interessenten gezielt zu Ihren Themen anzusprechen. Prüfen Sie Ihre Beiträge nach möglichen Geschäftschancen. Zusätzlich hilft Ihnen die Profilbesucher-Analyse beim strategischen Networking durch die Identifizierung neuer wertvoller Kontakte.














