
Design und künstliche Intelligenz

- Autoren: Engenhart, M.; Löwe, S.
- Verlag: Birkhäuser
- Jahr: 2024
- Seiten: 208
- Preis: 54,00 Euro
Es fällt aus dem Rahmen. In Aufmachung und auch in der Sprache. Nicht von Digitalisierern und Informatikern, sondern von philosophisch anmutenden Designern. Und das ist hier ausdrücklich als Kompliment zu verstehen. So heißt das klassische Einführungskapitel hier beispielsweise „Grundfragen künstlich-intelligenter Systeme“. Sehr inspirierend das dritte Kapitel zur Gestaltung „mit und für intelligente Systeme“, indem Co-Creation entlang des Designprozesses den einzelnen Phasen Anwendungsfelder für intelligente Systeme zuordnet und dem Leser an konkreten Themenstellungen zugänglich macht. Dabei wird beispielsweise auch auf die Einsatzmöglichkeiten von GANs („generativ adversarial networks“) im Umfeld der Transformation fotorealistischer Bilder auf Basis von Handzeichnungen und Skizzen eingegangen. Intelligence Experience und darauf aufbauende Personalisierungen und zugrunde liegende Designprinzipien werden ebenso thematisiert wie die klare Forderung (und Begründung), dass Designer eine grundlegende Data-Literacy benötigen, um Daten zu bewerten und Datenstorys erzählen zu können. Sehr eingängige Anwendungsbeispiele vom DHL Layout Creator über den Einstein Designer von Salesforce bis zum Modedesign mit dem Pangolin Dress zeigen die Vielfalt der aktuellen Ansätze. Die Breite des dem Buch zugrunde liegenden Designbegriffs zeigt sich in der kritischen Darstellung der aktuellen Möglichkeiten des Systems Spacemaker, das vor Kurzem von Autodesk übernommen wurde. Damit werden im Rahmen von Stadtplanungen Tageslicht-, Wind-, Blick- und Geräuschanalysen am Rechner durchgeführt und über intelligente Systeme optimiert. Diese Optimierungen werden zudem vollständig transparent gemacht. Alles exotisch klingende Ansätze, die aber vom Leser sehr kreativitätsanregend wahrgenommen werden. (Michael Müßig)