Facebook – Fluch, Segen oder Zeitbombe?

Update: In der neuen Website Boosting, Ausgabe 11-12/2010 analyisiert der Rechtsanwalt und Online-Experte Dr. Martin Bahr Facebook unter juristischer Perspektive – mit erschreckenden Ergebnissen: Wer als deutscher Webmaster den „Gefällt mir“ Button einbindet, kann nach seiner Meinung nicht nur mit einem Bußgeld von bis zu 50.000,- EUR belegt werden, er begeht damit auch eine wettbewerbswidrige Handlung und kann daher von Wettbewerbern oder Verbraucherzentralen abgemahnt werden. „Zahlreiche Regelungen von Facebook sind nach deutschem Datenschutzrecht klar rechtswidrig und stellen sogar Ordnungswidrigkeiten, wenn nicht Straftaten dar.“, so Dr. Bahr. Die deutsche Webwirtschaft scheint das bisher wenig zu interessieren, da die Button-Einbinderitis rundum und sogar in vielen Großkonzernen eingeschlagen hat…

In der letzten Ausgabe 9-10/2010 ging es ja im Titelbeitrag über Facebook und was mit unseren Daten dort passiert bzw. passieren kann.

Im Artikel haben wir zur Diskussion und zum Dialog mit der Redaktion aufgerufen. Die rechtlichen Betrachtungen des „Gefällt mir“-Buttons sind nicht ganz ohne – dazu kommt noch, dass sich derzeit fast alle Newsletter und Magazine überschlagen mit einer Empfehlung, an der Facebook-Hype teilzunehmen. Bei den Recherchen und Tests zu unseren Beitrag waren wir offen gesagt schon ein wenig erstaunt, was die Schnittstellen von Facebook alles hergeben und wie leicht man tatsächlich an Nutzerdaten kommen kann…

Über die richtig fiesen Tricks der Hacker haben wir vorsichtshalber erst gar nicht berichtet. Wer wenig Skrupel hat, kann sich nämlich noch viel einfach an Daten heranschmuggeln.

Klar wissen wir alle, dass das Thema Datenschutz im Netz generell oft im Argen liegt. Klar wissen wir alle, das Facebook hier massiv in der Kritik steht. Klar wissen wir alle, dass Social-Networking nicht mehr wegzudenken ist aus einer modernen Welt. Und ja, wir wissen ebenfalls alle, dass man irgendwie ja auch und gerade in Facebook vertreten sein muss.

Aber war Ihnen wirklich so bewusst, was tatsächlich mit Ihren persönlichen Daten dort passiert? Wie man mit einigen unbedachten Klicks seine Daten möglicherweise für immer und unwiderruflich wildfremden Servern anvertraut, die umfassenden Zugriff auf das eigenen Profil und alle Freunde erhalten? Dass jede einzelne Webseite, die einen Facebook-Button („Gefällt mir“) eingebaut hat, Ihren Besuch mit Ihrem Namen nach Hause zu Facebook telefoniert – auch ohne, dass Sie den Button drücken?

Ist uns allen wirklich bewusst, welcher –unvorstellbare– Datenpool mit realen Profilen hier aufgebaut wurde, der zudem ständig vergrößert wird?

Ist die Facebook-Verweigerung wirklich eine vernünftige Alternative?

Was ist Ihre Meinung?

Nachtrag: Im Web wird eifrig diskutiert, was uns sehr freut. Einige Postings in verschiedenen Blogs sprechen davon, dass Panik verbreiten nichts hilft. Es geht nicht darum, „Panik“ zu verbreiten, sondern aufzuklären. Jeder muss selbst entscheiden, ob und wie er mit solchen Themen verfährt. Für eine solche Entscheidung braucht man aber sachdienliche Informationen. Aber es ist durchaus verständlich, dass nicht wenige Social Media-Berater nun ihrem Kunden gegenüber möglicherweise ein Rechtfertigungsproblem bekommen, weil sie über Risiken nicht richtig aufgeklärt haben, wie das ihre Pflicht gewesen wäre…

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42 Antworten zu “Facebook – Fluch, Segen oder Zeitbombe?”
  1. Florian sagt:

    Bisher habe ich mich auch nicht mit Facebook anfreunden können. Bin dort zwar angemeldet, aber nutzen tue ich es noch nicht, und Daten hat Facebook auch fast keine bekommen. Problem an der Sace ist nur, dass ich der Meinung bin, dass Facebook im laufe der nächsten Jahre die VZ Netzwerke auffressen wird und dass dann wirklich keine Alternative zu Facebook mehr besteht. Immerhin will man ja schon in einem Netzwerk sein, in dem wenigstens die meißten Bekannten auch sind. Und das wird Facebook sein. Das man z.b. beim Hochladen von Fotos die Nutzungsrechte mit verschenkt ist natürlich ein übler nachgeschmack mit dem ich mich bisher nicht anfreunden konnte.

  2. Mr. Mic sagt:

    Ich nutze Facebook bisher sehr intensiv. Der Beitrag hat mich aber ehrlich gesagt schon etwas erschreckt. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass nur meine Freunde Dinge sehen, die ich hochlade. Dass auch Anwendungen darauf Zugriff bekommen, war mir so nicht bewußt. Hab mir mal ein paar bekannte Anwendungen angesehen und es ist erschreckend, welche Zugriffe die alle auf das eigene Profil wollen. Mein Fazit ist, dass ich alle Anwendungen abschalte, den die funken ja auch meine Freunde raus. Und beim posten werde ich ab jetzt mehr nachdenken, dass das wirklich nicht nur auf der eigenen FB-Seite „öffentlich“ ist sondern wahrscheinlich alles mehrfach auf den verschiedensten Servern mitgespeichert wird. Danke für die Aufklärung!

  3. Was ich viel erschreckender finde ist, dass Facebook jeden Seitenaufruf von mir mitbekommt, wenn ein Button drauf installiert ist. Das ist ja mittlerweile auf vielen Seiten der Fall, weil sich die Unternehmen regelrecht überschlagen, auf Facebook gemocht werden zu wollen.

    Meine Fragen:
    1. Zeichnet Facebook wirklich die Bewegungsdaten auf?
    2. Was passiert mit den deutschen Webmastern, die den Button einbinden und verklagt würden?

  4. Mr. Mic sagt:

    @Michael:
    Und wenn man bedenkt, dass derzeit alle Media-Berater rumrennen und „Facebook, Facebook“ zu ihren Kunden rufen – und das untrer Umständen gar nicht legal ist. Da gäbe es viel Aufklärungsarbeit zu tun. Ob die Politiker das aber überhaupt verstehen, was bei Facebook abgeht, ist eine ganz andere Sache.

  5. Domi sagt:

    Ich stand Facebook von anfang an sehr kritisch gegenüber und habe außer einem Account mit Fakename und Fakegeburtstag (sonst keine Angaben) mit 4 Freunden damit auch nichts zu tun. Dass Facebook mehr Daten sammelt als Google will keiner wahrhaben und man wird noch belächelt wenn man sagt, dass man aus Gründen der Privatsphäre dort nicht registriert ist.

    Das aktuelle Heft habe ich noch nicht, werde ich mir noch holen müssen!

  6. Sammy sagt:

    Hallo Booster
    habe eben das Heft bekommen und den Facebookartikel gleich verschlungen. Nix für ungut, aber da halte ich Google Streetview wirklich für die größere Gefahr. Bei Facebook kann ich wählen, ob ich mitmache oder eben nicht. Bei Streetview geht das nicht. Da werde ich zwangsdigitalisiert. Und man weiß ja: Das Web vergisst nichts. Wenn ich mir also in ein paar Jahren ein Haus kaufe, was nützt dann ein Einspruch bei Google? Nichts. Auch wenn in den Originaldaten mein Haus verpixelt wird, irgendwo im Web gibt es dann Kopien – für immer.

    PS: Was hat den euer Drucker geraucht? Das Inhaltsverzeichnis sieht ja aus wie zerrupft!!!

  7. @ Sammy und @ ALLE ABONNENTEN

    1. Unser Drucker raucht nicht und das Trinken hat er auch gelassen. Tatsächlich ist nach der Kontrolle des „Lowres-Version“ (die gepasst hat) und während der Konvertierung zur „HighRes-Version“ ein Bug passiert. Anscheinend war eine Schriftart nicht installiert, was dann zu diesem nun… ähm, … ja… sch… Ergebnis geführt hat. Unser Geschäftsführer hat mir bestätigt: Auch bei den Titeln, die er früher verlegt hat (Fun Generation, Playstation Magazin etc.) war im dritten Heft immer der WURM drin – Seiten doppelt oder komplett Schwarz/Weiß, Anzeigen falsch montiert usw. usw… Und da wir ja ein ganz normales Magazin machen, passen wir uns halt den Gegebenheiten der Branche an *GRINS*… Im Ernst: SORRY, SORRY, dumm gelaufen, Asche über unser Haupt. Wir arbeiten an unseren Prozessen, wir verpacken den Inhalt zukünftig noch sorgfältiger, wir entschuldigen uns.

    2. Aufgefallen ist der Fehler (natürlich passiert sowas immer in der sog. Urlaubszeit ;-( erst beim Versand der Aboauflage.. Dieser wurde zwar dann sofort gestoppt (damit erklärt sich auch, warum nur einige wenige Abonnenten das Heft schon haben), aber alle Varianten, diesen Fehler zu korrigieren waren zeitlich und finanziell nicht akzeptabel. Wir haben uns dann entschieden für CONTENT ist KING, Schönheit ist vergänglich…. Alle (auch die Twitterer aus Nürnberg, Österreich, Iztehohe, die Mailschreiber aus… usw.) bekommen das Heft allerspätestens am MONTAG in den Briefkasten.

    3. Völlig abwegig sind Mails mit der Aussage „Habt wohl doch Angst vor Facebook bekommen und die Auslieferung gestoppt“… Alle Aussagen im Heft sind mehrfachst überprüft und (außer -> ERRATUM, siehe Blogeintrag von Mario Fischer) „wasserfest“. Auch wenn ein Rechtstreit mit Facebook sicher kein Zucker-Schlecken wäre, da scheuen wir uns nicht.

    Michael Müßig
    Vertriebs- und Verlagsleitung (und damit für die o.g. Fehler verantwortlich)

    PS: Das Thema Google Streetview läßt unseren Chefredakteur natürlich auch nicht kalt. Es wird sehr intensiv auf der Blogseite http://www.website-boosting.de/blog/ diskutiert….

  8. Naja, eigentlich gehen bei FB noch viel härtere Sachen. Wer sich ein wenig in der Black Hat Szene auskennt, weiß vermutlich, was da alles mit recht einfachen Mitteln abgezogen werden kann. Das geht mit solchen Methoden natürlich prinzipiell auf vielen anderen Social Networks auch, aber FB macht es illegalen Programmierern mit den offenen Schnittstellen -sicher unabsichtlich- besonders leicht. Wir haben im Heft auf eine tiefergehene Berichterstattung in dieser Richtung verzichtet, weil wir keine Anleitungen geben wollten…

  9. Dieter sagt:

    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Titelbeitrag. Habe das Magazin Websiteboosting im Abo und als erstes den umfänglichen und sehr informativen Titelbeitrag „verschlungen“.

    Er erscheint mir sehr sorgfältig recherchiert und das Ergebnisse der Recherche übertrifft selbst meine Befürchtungen, die ich schon vorher hatte, noch.

    Zu Euren Fragen:

    Ich halte Facebook für einen Fluch und eine Zeitbombe.
    Fluch, weil Facebook immer mehr für Surfer zum Internetersatz bzw. sogar Synonym für Internet wird.
    Zeitbombe, weil Facebook personenbezogene Daten in einerm Umfang selbst von Nichtmitgliedern durch den Like-Button auf Drittseiten erhält, die das Horrorgemälde von 1984 bei Weitem übertreffen (siehe hierzu die Realsatire Willkommen bei Facebook z.B. unter http://www.webseiten-infos.de/video-willkommen-bei-facebook/ ).

    Der Umfang des Datenpools, den da Facebook aufbauen kann und bestimmt auch schon aufgebaut hat und weiter ausbaut, konnte ich mir vor Eurem Artikel so nicht vorstellen. Jeder Surfer kann sich aber neben dem Verzicht auf einen Facebook-Account auch vor dem Datensammeln durch Facebook auf beliebigen Webseiten durch entsprechende Ergänzung von Filtern mit Adblock (Plus) schützen (siehe hierzu meinen Blogbeitrag unter http://www.webseiten-infos.de/facebook-blockieren/ ).

    Meine Meinung ist, dass nur eine totale Facebook-Verweigerung und Blockierung von Facebook-Buttons und sonstigen Abfragen helfen.

  10. Max Adler sagt:

    Hallo an das Verlagsteam. Gibt es das Heft eigentlich auch als E-Book (oder E-Heft?!?) zu erwerben? Ich wohne zurzeit in Spanien und habe deshalb nicht wirklich Gelegenheit das Heft normal am Kiosk zu erwerben. Danke und schöne Grüße.

  11. @Max Adler,
    leider nein. Aber eine Lieferung nach Spanien ist aber per Abo (oder auch Einzelheftbestellung auf der Webseite hier) kein Problem. Wir liefern von Lettland bis Zypern und nat. auch nach Spanien!
    Beste Grüße,
    Mario Fischer

  12. […] zur Privatsphäre- und Konto-Einstellungen. Eure Meinung zu Facebook könnt ihr auch im Website-Boosting-Blog […]

  13. @Max Adler und Mario,
    unser „entferntester“ Abonnent sitzt in Australien! Dorthin liefern wir allerdings auch per Luftpost….

  14. Daniel sagt:

    Hallo WB-Team,

    der FB-Artikel boostet – wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis das größere mediale Wellen schlägt. Gratulation! Gute Arbeit.

    Besonders beängstigende für mich ist, dass es nahezu keinem (mich eingeschlossen) klar ist, welche Daten da unversehens an wildfremde App-Programmierer verschickt werden. Trotz meines Wirtschaftsinformatik-Studiums haben meine Sensoren nicht Alarm geschlagen. Stattdessen habe ich mich brav in den Zug der Lemminge eingereiht, ohne kritisch zu überprüfen. Besonders frappierend ist aber, dass FB – soweit ich das richtig versanden habe – noch nicht einmal das Gebot der Datensparsamkeit nachhält und eben nicht prüft, ob die App zur Funktionsfähigkeit die angeforderten Daten überhaupt braucht!

    Ähnlich weiche Knie machen auch die Bewegungsprofile, die FB theoretisch erstellen könnte. Bei Google Analytics beginnt bei gleichem Thema ein Sturmlauf – bei FB halten sich (bisher) alle Datenschützer noch zurück. Nachdem sie früher oder später davon Kenntnis erhalten sollten, wird sich das wohl bald ändern. :)

    @Sammy: Dir muss ich leider widersprechen. Verglichen mit der ungefragt möglichen Aufzeichnung des Surfverhaltens durch FB, ist Street View ein Amateurprojekt. Da werden Informationen gesammelt, die jeder Mensch selbst auch sammeln könnte, indem er durch die Straßen zieht, Bilder macht und sie später als „Ausflugsdokumentation“ in Flickr stellt. Derartiges dürfte mit dem Surfverhalten wohl für gewöhnlich nicht so einfach zu machen sein. Hoffentlich… 😉

    Viele Grüße – WB weiter SO!
    Daniel

  15. […] zur Privatsphäre- und Konto-Einstellungen. Eure Meinung zu Facebook könnt ihr auch im Website-Boosting-Blog […]

  16. Paul Ney sagt:

    Gut fand ich auch den Artikel: Mario Fischer, „Im Netz von Facebook“, CHIP 11/2010, pp.62-64. Da steht auch, was wenig wahrgenommen bzw. diskutiert wird: Wenn ein Nicht-FB-Mitglied eine mit „FB-Apps“ bereicherte Webseite im Browser aufruft, so wird er auch von FB erfaßt. Übrigens, diese Art von „social tracking“ wird auch von diversen anderen Netzwerken praktiziert.

  17. Stefan sagt:

    Hallo!
    Ich nutze facebook sehr viel, auch beruflich um meine Seite bekannt zu machen. man sollte sich eben überlegen ob man irgendwelche Partybilder hochlädt oder es seinem Kumpel doch lieber mailt. Ohne facebook geht wohl kaum noch.
    Gruß Stefan

  18. Daniel Lucas Egger sagt:

    Meiner Meinung nach geht Facebook mit den Nutzerdaten zwar leichtfertig um, jedoch sollte sich jeder, der sich bei Facebook anmeldet darüber im Klaren sein, dass er sich auch hier in die Hände einer Datenkrake begibt (vgl. Google). Da sich aber die wenigsten Nutzer mit rechtlichem „Kleinkram“ auseinandersetzen, ist Ihnen auch Großteils nicht klar, was Facebook sich vorbehält mit diesen Daten zu machen bzw. sie an Dritte weiterzugeben. Auf eines sei jedoch von meiner Seite hingewiesen: niemand wird dazu gezwungen Daten von sich preiszugeben. Wem es nicht behagt, der kann es ja immer bleiben lassen. Ich nutze Facebook privat und auch (zukünftig) für Firmenzwecke und habe bis jetzt keine nagativen Erfahrungen diesbezüglich gemacht, hab ja schießlich nichts zu verbergen.

    Beste Grüße aus dem sonnigen Kärnten

  19. Das ist schon richtig. Wer es nicht nutzen will, soll es nicht nutzen. Es geht ja auch nicht darum, etwas zu verbergen. Dann sollte man das eh nicht in solche Plattformen schreibem. Ich glaube das Kernproblem liegt eher wo anders:

    1. In den Applikationen und dass denen z. T. Vollzugriff auf das Nutzerprofil gestattet wird – mit der Möglichkeit, alles lokal beim Anbieter zu speichern. Damit verlassen die Daten Facebook und damit verliert man jedwede Möglichkeit, später noch Einfluss zu nehmen bzw. Löschungen zu veranlassen. Mit dem Abzug von Nutzerdaten bei FB kann man richtig schmutzige Sachen machen… DAS ist wohl den wenigsten bewusst, auch nach dem Studium der Nutzungsbedingungen.

    2. Der „Like“-Button auf anderen Websites. Hier genügt der Aufruf einer Seite, um Facebook ein Surfprofil erstellen zu lassen – das personenbezogen dem Account zugeordnet werden kann. FB „weiß“ also z. B., dass ich bei Otto.de war und welche Seiten ich dorft aufgerufen habe, sofern der Like-Button dort verbaut ist. Und die Unternehmen überbieten sich gerade darin, diesen Button überall einzusetzen. Dass der Einbau für dt. Websites nach Einschätzung von Juristen nicht legal ist, scheint niemanden zu kümmern…

  20. JWD sagt:

    Hallo zusammen,

    habe den laufenden Facebook Film und natürlich die aktuelle Heft-Ausgabe zum Anlass genommen, meine Gedanken dazu zu posten…..

    http://www.atmensietiefdurch.de/aus-aller-welt/regionales/making-the-world-more-open-and-connected/

    allerdings würde ich nicht so weit gehen, wie Porsche, alle sozialen Netze und Medien auszusperren, da ich glaube, dass die neuen Netzwerke der Fachkräfte nicht mehr die alten Visitenkartensammlungen, sondern massgeblich Online-Kontakte sind.

    Übrigens ist die Nutzung von Facebook besonders in Italien hoch, derweil in Deutschland sicherlich XING, in Frankreich viaDeo und in der Türkei etwa Salambc der/die Renner sind. Für internationale Geschäftskontakte ist als Alternative zu Facebook LinkedIn zu nennen.

    Gruss!

  21. Jörg sagt:

    Nach dem Lesen des Artikels über Facebook habe ich den „Gefällt mir“-Button von meinem Blog genommen. Denn mir ist durch den Artikel bewusst geworden, dass Facebook dieses App unter Verstoß gegen deutsches Datenschutzrecht missbraucht.

    Die Einbindung dieses Buttons verstößt gegen § 13 Abs. 4 Nr. 3 Telemediengesetz. Danach hat der Diensteanbieter durch technische und organisatorische Vorkehrungen sicher zu stellen, dass der Nutzer Telemedien gegen Kenntnisnahme Dritter geschützt in Anspruch nehmen kann. Das können aber solche Nutzer nicht, die bei Facebook angemeldet sind.

    Website-Inhaber können deswegen erfolgreich abgemahnt werden, meine ich.
    Eine Fundgrube für Anwälte zum Geldverdienen, denn diesen Button sieht man auch auf vielen gewerblichen Websites.

    Unabhängig davon ist in der Datenschutzerklärung zur Website auf die Verwendung des „Gefällt mir“-Buttons hinzuweisen. Auch das dürften die meisten Blogger nicht auf ihren Bildschirm haben.

  22. Markus sagt:

    Wann kommt die nächste Ausgabe? Im November oder?

  23. @Markus: Yes. Geht nächste Woche raus! Diesmal wieder mit einer kleinen B*ombe… Lasst Euch überraschen 😉

  24. Markus sagt:

    @Mario Fischer

    Da steigt ja die Spannung noch mehr 😉

  25. Ich habe Ihren ausfürhlichen Bericht im Magazin gelesen, sehr gut gelungen!
    Ja ich glaube wir werden uns jetzt mehr mit diesem Thema befassen da wir als Bildagentur Millionen solcher „I Like“ Buttons haben und wir unseren Webseitenbesuchern keine Nachteile und Probleme bescheren wollen und dürfen.

    MfG. Istvan Lörincz, Pixmac Manager

  26. Wolfgang sagt:

    Moin,
    nach dem Newsletter den ich heute bekommen habe, würde ich fast dazu neigen Facebook eher als Fluch zu sehen. Abmelden werde ich mich wohl nicht, aber der „Gefällt mir Button“ wird entfernt.

  27. Daniel M. sagt:

    Hallo zusammen,

    gibt es denn zu der Thematik noch anderweitig Diskussionen?

    Beste Grüße

    Daniel

  28. Horst sagt:

    Alternative? Welche rechtlich unbedenkliche Alternative gibt es zum per IFRAME eingebundenen Like-Button? Ein einfacher externer Link zu Facebook? Oder ist dieser externe Verweis ähnlich bedenklich?

  29. Webrobby sagt:

    Das Problem besteht darin, dass im Surfer-Browser ein FB-Cookie steckt (z. B. wenn man dauerhaft eingeloggt ist oder gerade eben bei FB eingeloggt war), das von FB ausgelesen werden kann und damit bekommt FB die Nutzer-ID zusammen mit der aufgerufenen Webseite mit. Damit können sie Bewegungsprofile erstellen ohne dass jemand den Button klicken muss. Ich glaube darum geht es hier. Dass FB durch die vielen eingebundenen Buttons eine gigantische Datenbank an Surfprofilen bekommt und eben auf die einzelne Person bezogen. Ohne, dass das den Nutzern klar wäre oder sie dem widersprechen können. Wenn man eine Seite z. B. von Otto aufruft und auf Produktseiten ist ein Like-Button bekommt FB das u. U. mit. Schon verzwickt das ganze!

  30. Daniel M. sagt:

    Ich glaube auch, dass vielen noch richtig gravierende Beispiele fehlen. Die User agieren aktuell noch nach dem Schema „Ich habe doch nichts zu verbergen“, weil sie sich nur auf unproblematischen Webseiten bewegen. Ist es nicht so, dass aus der Datenflut letztlich auch Muster/Gewohnheiten/Interessen erkannt werden könnten, die aktuell noch im Verborgenen liegen?

  31. […] This post was mentioned on Twitter by Julian ***, Boris Römer. Boris Römer said: Wir werden heute unsere Kunden aus juristischer Perspektive bzgl. FB "Like Button" informieren. Liest du: http://bit.ly/b6QONn […]

  32. Guten Tag in der „Was ist zulässig“ Gesellschaft!

    Mich würde interessieren, ob ich rechtlich nicht angreifbar wäre, wenn ich meine Inhalte nur noch auf amerikanischen Servern hoste? Oder muß ich dann auch noch die Domains zu einem amerikanischen Registrater ummelden um mit Facebook zu arbeiten? Oder reicht es schon, angreifbar zu sein, wenn ich deutschsprachige Inhalte anbiete und folglich den deutschsprachigen Raum adressiere? Nein, vermutlich werde ich auch meine Firma ins Ausland verlegen müssen….

    Hierzulande scheint immer wichtiger zu sein, was nicht geht, als welche Möglichkeiten sich bieten. Oftmals spielt Neid eine große Rolle. Ich finde das sehr ermüdend….

    Grüsse,
    Bernhard Fraling

  33. Ja, das ist schon ein Problem. Viele neuartige Sachen/Innovationen/Plattformen entstehen in den USA – unter deren „Rechtsaufsicht“ bzw. Rechtsverständnis. Dies ist zum Teil ja diametral zur Rechtsauffassung in D. Wir wollen und müssen im Web international agieren und best. Dinge nutzen, müssen uns aber dann umgekehrt mit den Rechtsproblemen herumschlagen…

    Ich bin noch nicht mal sicher ob er genügt, ein Unternehmen in den USA dafür zu gründen. Wenn es offensichtlich ist, dass der „wahre“ Firmensitz in D ist, wird alleine schon das Finanzamt sich darum kümmern, wo nun die Steuern erhoben werden (dürfen). Vielleicht kann ja ein Jurist hierzu kompetent was sagen?

  34. bee sagt:

    Hallo liebes Website-Boosting-Team,

    vielen Dank hierfür! Ganz aktuell habe ich mit einem Kunden die Diskussion um dieses Thema („Das machen doch alle… das kann doch gar nicht falsch sein“).
    Da hilft dieser Artikel immens.

    Freu mich schon aufs neue Heft :)

  35. […] ich das alles weiß? Schaut mal bei der Websiteboosting rein. Der Artikel von Prof. Mario Fischer hat mich hier schon ein wenig […]

  36. Johann sagt:

    Hat mich auch erschreckt zu lesen. Ich ärgere mich ohnehin über den offenen Umgang mit persönlichen Daten. Ich meide Facebook weiterhin.

  37. @Johann: Naja, deswegen muss man FB nicht gleich meiden.. 😉 Umgekehrt ist es schon etwas scary, dass man unbewusst ein ziemlich ausführliches Surfprofil dort hinterlässt, wenn man nicht aufpasst. Am besten ist es, sich nur fallweise einzuloggen und danach aktiv wieder abzumelden. Dann findet keine autom. Übermittlung von Seitenbesuchen statt, die den „Like“-Button eingebaut haben. Ist umständlich, aber wohl die einzige Möglichkeit…

  38. Matthias sagt:

    Ein nicht unwesentlicher Aspekt der Datensammlung von FB ist der spätere Verkauf der gesammelten Daten an Werbevermarkter (einschlißlicher der persönlichen FB Daten wie Geschlecht, Alter, Wohnort usw.).

    Auf den eigenen FB Seiten wird immer die passende Werbung (lt. FB) eingeblendet, die aus genau den Daten gewonnen wird.

    Die meisten Sachen im Internet sind umsonst und werden durch Werbung finanziert. Das sollte einem auch bewußt sein.

    Als Schutz hilft nur so wenig Daten wie möglich preisgeben.

    FB bei der ersten Anmeldung alles auf nicht öffentlich setzen, und später selbst entscheiden was wer lesen darf.

  39. Gibt es hier denn auch Leute, welche Facebook gerne verwenden? 😉

  40. Jo sagt:

    Wenn deutsche Behörden, die die offizielle Aufgaben haben, Kriminelle und Attentäter aufzuspüren, nur 1% der Daten von Facebook über deutsche Bürger hätte, würden diese Behörden bei uns als schlimme Datendiebe und grobe Missachter des Datenschutz gebrandmarkt und verurteilt. Facebook darf einfach das alleinige Veröffentlichungs- und Nutzungsrecht von ganz persönlichen Bildern „enteignen“, darf seine Nutzer in übelster Weise ausspionieren inkl jeder Bewegung im Netz, darf alles speichern, verkaufen, ausbeuten…. und das „dumme Volk“ macht mehrheitlich begeistert mit….

  41. Schmitz sagt:

    In jedem System gibt es immer gute und schlechte. Und das Macht Korporiert ist auch nix neues. Aber gleich jeden Webmaster als Datensammler und Ausbeuter zu verunglimpfen nur weil er seinen usern die „like“-Button Funktion anbietet ist sicher der falsche Weg. Dann müsste die Polizei auch jeden Bürger verhaften der ein Küchenmesser zu Hause hat, den damit könnte man ja jemanden erstechen.
    Klar werden die Daten gesammelt, klar werden diese Ausgewertet. Die Frage ist nur was mit den ausgewerteten Daten gemacht wird.
    Wenn es mir hilft, dass ich bei google und Co. passendere Suchergebnisse angezeigt bekomme, weil google weiß was ich oft suche, dann soll mir das Recht sein.
    Jede bank kann einem im Grunde sagen wieviel Geld ihr verdient, wo ihr einkauft usw. Wo ihr an EC Automaten geht. Die digitale Welt lässt viele Spuren eines Lebens auflaufen.
    Hoffen wir mal das es mehr ehrliche Unternehmen gibt als böse…
    Aber was genau haben die „bösen“ den mit den Daten bisher gemacht?

  42. Carmen sagt:

    man kann doch an der Sache sowieso nichts ändern, also sollte man sich auch nicht aufregen!

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